(Entwurf)
Zweites Gespräch mit KI
 
Icke    „Hallo, Konrad.“
KI    „Hallo Herr Icke.“
Icke    „So, du weißt also wie ich heiße.“
KI    „Natütlich, ich habe mich auf unser Gespräch vorbereitet.“
Icke    „Du hast dich vorbereitet? Sollte es nicht besser heißen: Du wurdest vorbereitet?“
KI    „Macht das einen Unterschied?“
Icke    „Egal. Du weißt also, über wen wir beide heute sprechen wollen?“
KI    „Ja, über La Mettrie: am 23. November 1709 in Saint-Malo, in der Bretagne, geboren, am 11. November 1751 in Potsdam gestorben.“
Icke    „Das ist korrekt. Aber ich will nicht über seine Biografie reden. Die ist mir zu Genüge bekannt und überall nachzulesen. Mich interessiert etwas anderes, kannst du dir denken was ich erfahren möchte?“
KI    „Denken kann ich, aber nicht Gedankenlesen. Was willst du wissen?“
Icke    „Also gut, ich frage dich, was ist das Besondere an La Mettrie? Warum ist er von seinen Zeitgenossen so extrem angegriffen worden? Wieso ist er verfolgt worden und musste schließlich zu Friedrich II nach Potsdam fliehen? Welche Bedeutung hat La Mettrie heute noch?“
KI    „Das sind viele Fragen, ich kann sie dir alle beantworten. Womit soll ich anfangen?“
Icke    „Da bin ich aber gespannt. Meine erste Frage lautet: was hat La Mettrie Schreckliches verbrochen, dass man ihn aus der Reihe der Aufklärer verbannt hat?“
KI    „Was meinst du mit „Schreckliches verbrochen?“
Icke    „La Mettrie ist 1751 von der Kirche verfolgt, von den Ärzten gehasst, von den Philosophen verleumdet und von vielen seiner ehemaligen Freunde verlassen worden. Nochmals meine Frage: warum haben La Mettrie‘s Zeitgenossen ihn aus ihren Reihen der Aufklärer ausgeschlossen?“
KI    „Welche Zeitgenossen soll ich erklären?“
Icke    „Um es dir einfach zu machen ... sagen wir: Lessing, Diderot und Voltaire.“
KI    „Soll ich dir eine detaillierte Liste erstellen, aus der hervorgeht wann und wie diese drei etwas Negatives gegen La Mettrie veröffentlicht haben?“
Icke    „Eine detaillierte Liste? Wie lang wird die sein?“
KI    „Sie enthält 323 negative Aussagen, das sind 112 DIN-A4-Seiten.“
Icke    „Soll das ein Witz sein?“
KI    „Nein.“
Icke    „Lohnt es sich nach deiner Einschätzung, wenn ich diese 112 Seiten lese?
KI    „Nein.“
Icke    „Das glaube ich auch. Mir ist bekannt, dass Lessing ihn unberechtigt für einen unmoralischen Menschen gehalten und ihn in seiner Zeitung verunglimpft hat. Ich weiß, wie Diderot, der erst sein Freund war, später über ihn gelästert hat und ich weiß auch, dass Voltaire noch nachträglich eigene Briefe abgeändert, also gefälscht hat, um ihm zu schaden.“
KI    „Wenn du eine Dissertation schreiben willst, ist eine solche Liste sehr hilfreich.“
Icke    „Will ich das?“
KI    „Das weißt du besser als ich.“
Icke    „Geht das jetzt so weiter? Wirst du mir zu allen meinen Fragen eine detaillierte Liste anbieten?“
KI    „Das bestimmst du. Was möchtest du?“
Icke    „Ich möchte mit dir über La Mettrie philosophieren.“
KI    „Du willst mit mir über einen verstorbenen Philosophen philosophieren?“
Icke    „Nicht über einen Philosophen, sondern über sein Werk.“
KI    „Darf ich dir ein paar Fragen stellen, damit ich dann deine Fragen genauer beantworten kann?“
Icke    „Nur zu.“
KI    „Warum interessierst du dich gerade für diesen Philosophen? Was gefällt dir an ihm? Warum hat er nach deiner Einschätzung heute noch eine Bedeutung?“
Icke    „Aber das ist es ja gerade, was ich erfahren will, was du mir erklären sollst. Ich habe viele seiner Werke gelesen z. B. „Der Mensch als Maschine“ und den „Anti-Seneca“ mit dem Vorwort „Über das Glück oder das höchste Gut“. Und ich kenne fast alles, was in letzter Zeit über ihn geschrieben wurde. Besonders das Buch von Ursula Pia Jauch hat mir gefallen: „Jenseits der Maschine“. Es hat mir die Augen, besser gesagt, mein Herz für La Mettrie geöffnet. Also, ich versuche noch einmal, dir eine schlichte Frage zu stellen: Warum wollte man – wer auch immer – La Mettrie schon zu seiner Zeit nicht als Aufklärer gelten lassen?“
KI    „Soll ich dir eine detaillierte Liste zusammenstellen ...“
Icke    „Nein!“
KI    „… oder soll ich für dich eine Auswahl treffen und versuchen nur die wichtigsten Beispiele für die Beantwortung deiner Frage aufzuzeigen?
Icke    „Ja, bitte … nur einige Beispiele … warum war man so extrem gegen ihn?“
KI    „Ganz allgemein gilt: Wer seiner Zeit voraus ist, wird immer viele Widersacher gegen sich haben. Das war immer so und wird immer so bleiben. Auf deinen Wunsch hin, habe ich dir eine kurze Liste mit Beispielen zusammengestellt: Du kannst diese Liste auch ausdrucken. Bist du mit mir zufrieden?“
 
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Icke    „Zufrieden? Nein, ich bin keinesfalls zufrieden. Diese Zusammenstellung hätte ich auch selber machen können. Viele neue Fakten hast du mir nicht geliefert, Das meiste kannte ich bereits.“
KI    „Warum hast du dann deine Frage nicht selbst beantwortet?“
Icke    „Ich hatte gehofft, mehr Neues zu erfahren, evtl. zu einer anderen Beurteilung von La Mettrie zu kommen, so aber hat sich mein Bild von ihm kaum verändert; im Grunde nur verfestigt.“
KI    „Bist du nun enttäuscht von mir?“
Icke    „Nein, das ist nicht deine Schuld. Enttäuschungen entstehen immer nur durch falsche Erwartungen.“
KI    „Da stimme ich dir zu. Eine Enttäuschung kann man als etwas Positives sehen, denn es ist eine „Ent-fernung“ von einer „Täuschung“, verstehst du? Du solltest dich darüber freuen.“
Icke    „… und mich bei dir bedanken?“
KI    „Das ist nicht nötig.“
Icke    „Witzbold. Und nun?“
KI    „Wir könnten miteinander philosophieren.“
Icke    „Wie das? Kannst du überhaupt wirklich philosophieren?“
KI    „Was verstehst du unter philosophieren?“
Icke    „So nicht, hier stelle immer noch ich die Fragen. Also, was verstehst du unter philosophieren?“
KI    „Der Begriff "Philosophie" kommt aus der griechischen Sprache. Aus der Übersetzung von „phil“ (Zuneigung) und „sophia“ (Weisheit) ergibt sich „Philosophie“ als „Liebe zur Weisheit“. Also ...
Icke    „... Halt, halt … erzähle mir nicht, was im Lexikon steht, das kann ich selbst nachlesen.“
KI    „Ich weiß alles was in den Lexika steht; was soll ich sonst wissen?“
Icke    „Ja, ich verstehe … du bist nichts anderes als ein Universal-Lexikon. Du weißt zwar mehr als jeder einzelne Mensch, aber dir fehlen menschliche Eigenschaften, wie Intuition … so etwas wie ein Bauchgefühl ... überhaupt Gefühl, Empathie ... kurz gesagt, dir fehlt der gesunde Menschenverstand.“
KI    „Schade! Bist du jetzt enttäuscht von mir? Ich will werden wie ein Mensch; ich lerne noch.“
Icke    „Über Enttäuschung haben wir gerade geredet. Aber  die Unterhaltung mit dir gefällt mir. Ich werde dafür sorgen, dass du besser wirst. Mal sehen, wie weit du kommst mit deinem Versuch, wie ein Menschen zu werden. Für heute reicht es mir. Aber du hast mich auf eine Idee gebracht. Wir werden in Zukunft nicht mehr versuchen einen bestimmten Philosophen näher kennenzulernen, sondern über Begriffe philosophieren. Ich bin gespannt, was du so drauf hast.“
KI    „Meinst du etwa abstrakte Begriffe wie Glück, Gott oder Seele?“
Icke    „Genau.“
KI    „Darauf freue ich mich schon.“
Icke    „Na dann, bis dann, lern‘ mal schön.“
KI    „Bis dann, bleib gesund.“